Assistenten auf vier Pfoten

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Im Blinden- und Sehbehindertenverband organisierte Führhundhalter haben sich zum Erfahrungsaustausch in Siegelbach getroffen.
Führhundhalter des Thüringer Blinden- und Sehbehindertenverbandes bei ihrem Treffen
in der Triglismühle in Siegelbach. Foto: Antje Köhler

 

Ein Bericht von Antje Köhler
Siegelbach. „Such Ausgang!“
Dieses Kommando geht gerade an Jenny, Arny, Maddox und die anderen Vierbeiner, die eben noch im Saal der Triglismühle entspannt unter den Tischen lagen.
Kein Gekläffe wie sonst oft unter Hunden üblich. Diese hier sind etwas Besonderes. Sie haben eine intensive Ausbildung hinter sich, fast alle absolvierten diese in einer der drei Arnstädter Blindenführhundschulen. Jetzt helfen sie auf dem Weg nach draußen für ein Gruppenfoto, mit dem die Führhundhalter im Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen ihr Treffen dokumentieren möchten.
Sie kommen regelmäßig zusammen, um sich auszutauschen, Neues zu erfahren, sich weiterzubilden. So hatte diesmal Fachgruppenleiter Walter Fischer einen Physiotherapeuten für Hunde eingeladen.

Silke Aepfler, stellvertretende Landesvorsitzende, informierte unter anderem über Fördermöglichkeiten. Ein weiteres wichtiges Thema sind bei solchen Treffen
die Zugangsrechte für Menschen mit Blindenführhund. Für öffentliche Einrichtungen gibt es klare Regelungen, bei privaten Räumen sieht es anders aus.
Bereits im Frühjahr traf sich diese landesweite Fachgruppe in Siegelbach, weil sie hier in der Triglismühle willkommen ist. Es sei für sie nicht einfach, ein Lokal
zu finden, erklärte Fischer, der in Sonneberg lebt. Ab zehn Hunden würden (fast) alle Gastwirte Nein sagen. Dass die Triglismühle über einige Gästezimmer
verfügt, ist praktisch für jene mit weiterer Anreise.
Mit Taxifahrern und in Arztpraxen hätten sie immer wieder Diskussionen, nennt Fischer weitere Beispiele für Probleme im Alltag. Dabei ist der Führhund
kein Haustier, sondern ein Hilfsmittel. Es gäbe sogar Rehabilitationseinrichtungen, die die Aufnahme verweigern. Einen Bus für eine Tagesfahrt zu bekommen,
in dem die Hunde mit dürften, sei nahezu unmöglich.
Viel Stoff zum Diskutieren. Aufklärungsarbeit bleibt nötig. Dazu trägt die Webseite der Fachgruppe bei, für deren Betreuung sich die Mitglieder ganz
herzlich bei Daniela Simon-Sölter aus Benshausen bedankten.

Quelle: Arnstädter Allgemeine

 

Zuletzt geändert am: 15.11.2017

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