Diabetes

Auch sehbehinderte und blinde Diabetiker finden in unserem Verband eine Heimstatt. Etwa 10–12 % unserer Mitglieder sind zuckerkrank. Dieser Personenkreis stellt eine besondere Gruppe dar, die spezifischer, zumeist individueller Beratung und Betreuung bedarf, denn das Schicksal, durch diabetische Retinopathie immer schlechter zu sehen bzw. zu erblinden, ruft bei den Betroffenen oft Ängste und Befürchtungen hervor, die meist nur im persönlichen Gespräch abgebaut werden können. Hinzu kommt die Beratung zu Hilfsmitteln und ihrer Handhabung, insbesondere die Beratung zum Diabetesmanagement unter den Bedingungen der Sehbehinderung bzw. der Blindheit. Solche Fragen wie „wie spritze ich mich ohne hinzusehen?“, „wie wiege ich mein Essen ab?“, „Wie ordne ich meine Tabletten?“, „Wie informiere ich mich über neue Erkenntnisse auf dem Gebiet des Diabetes?“ können im persönlichen Gedankenaustausch beantwortet werden.

Für all diese Aufgaben hat der BSVT eine Diabetesbeauftragte berufen, die den Zuckerkranken im Verband aus eigener Betroffenheit (Diabetes seit 1984) mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Sie empfiehlt den zuckerkranken Mitgliedern, nach Möglichkeit auch an den Treffen ihrer Selbsthilfegruppen am Heimatort teilzunehmen, um zum einen den Kontakt zur Selbsthilfegruppe zu knüpfen bzw. nicht zu verlieren, zum anderen den Mitgliedern der Selbsthilfegruppe die Angst vor blinden Schicksalsgefährten zu nehmen. Wenn wir als blinde Diabetiker erzählen, dass und wie wir mit unserem Leben zurecht kommen und welche Hilfen es für uns gibt, reduzieren wir die Berührungsängste zwischen blinden und sehenden Diabetikern.

Es gibt auch eine Mailingliste „Diabetes und Auge“, in der Internetnutzer ihre Erfahrungen als blinde bzw. sehbehinderte Diabetiker austauschen, und in der jeder Interessierte herzlich willkommen ist.

Den Vorständen sollten die Diabetiker in ihrer Kreisorganisation bekannt sein. So haben sie die Möglichkeit, den Zuckerkranken, wenn diese das wollen, bei Veranstaltungen diabetesgerechtes Essen anzubieten. Bei Interesse können sich zuckerkranke Mitglieder auch überregional zusammenfinden, um ihre Erfahrungen und Probleme zu besprechen. Die Diabetesbeauftragte wird gern dabei sein, wenn es sich organisatorisch machen lässt, und die Vorstände helfen sicher gern beim Organisieren derartiger Treffen.
Es gibt vielfältige für Sehbehinderte und Blinde zugängliche Publikationen zum Thema Diabetes: Das „Diabetesjournal“, der „Insuliner“, „Subkutan“ und „Zucker“ sind Zeitschriften, die für uns auf Kassette bzw. CD gelesen werden. Darüber hinaus gibt es viele auf Tonträger gelesene Bücher zum Thema, aber auch elektronisch gespeicherte BE-Tabellen und andere Informationen zur speziellen Ernährung bei Diabetes Mellitus. Es gibt auch einige wenige Diabetesliteratur in Brailleschrift. Letztere ist sicherlich vor allem für diejenigen interessant, die als Blinde nachträglich zuckerkrank wurden. Aber warum sollten mutige erblindete Diabetiker nicht auch an der Brailleschrift Gefallen finden? …

Wenden Sie sich mit Fragen, Wünschen und Anregungen vertrauensvoll an Ihre Diabetesbeauftragte Marianne Webel.

Kontakt zur Diabetesbeauftragten des BSVT:

Marianne Webel

über
Kreisorganisation Ilm-Kreis des BSVT e. V.
Rankestraße 13
99310 Arnstadt
Tel.: 03628 78187
E-Mail: webel.fm@t-online.de