Logo von Blickpunkt Auge (BPA) – Rat und Hilfe bei Sehverlust„Blickpunkt Auge (BPA) – Rat und Hilfe bei Sehverlust“

Unser Selbstverständnis (Leitbild)

„Blickpunkt Auge“ ist in erster Linie ein Selbsthilfeangebot für Menschen mit erworbenen Sehbeeinträchtigungen (Augenpatienten) und ihre Angehörigen. Betroffene informieren, beraten und unterstützen Betroffene. Die „Experten in eigener Sache“ bringen ihre aus eigenem Erleben gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse ein. Nicht betroffene Berater sind eng vertraut mit der Lebenssituation sehbeeinträchtigter Menschen. Sie alle leisten Hilfe zur Selbsthilfe. Darüber hinaus erwerben und vertiefen sie Beratungskompetenz und Fachwissen in speziellen Schulungen.

Beratung und Unterstützung durch die Selbsthilfe birgt viele Möglichkeiten. Sie findet jedoch z. B. dort ihre Grenzen, wo eine medizinische, augenoptische, therapeutische oder sozialrechtliche Fachberatung angezeigt ist.

Auch deshalb ist die Zusammenarbeit mit Fachleuten der Augenmedizin, Augenoptik, Pädagogik, Rehabilitation, Psychologie und Alternswissenschaften unverzichtbar. So wirken haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte der Landesorganisationen aktiv bei „Blickpunkt Auge“ mit. Bei rechtlichen Fragen wird die rbm einbezogen. Zudem sind externe Partner aus den oben genannten Fachdisziplinen beteiligt. Partner sind ebenfalls andere Selbsthilfeorganisationen, Seniorenvertretungen, Wohlfahrts- und Sozialverbände sowie Behörden und Institutionen (regionalspezifisch siehe Netzwerklisten).

Für Betroffene und ihre Angehörigen wird es immer schwieriger, sich im „Dschungel“ der Zuständigkeiten, der differenzierten Leistungen und Angebote zurechtzufinden. Deshalb bietet „Blickpunkt Auge“ ihnen Orientierung, ist aber auch Mittler zu Fachleuten, Arbeitgebern, Leistungs- bzw. Versorgungssystemen, zuständigen Behörden und Instanzen.

„Blickpunkt Auge“ leistet mit seinen Angeboten einen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation Betroffener und ihrer Angehörigen. Sie werden darin unterstützt, ein selbständiges, selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben trotz Sehbeeinträchtigung zu führen und ermutigt, am beruflichen und gesellschaftlichen Leben weiter teilzuhaben.

Außerdem ist es Anliegen von „Blickpunkt Auge“, die Öffentlichkeit über die Probleme von Menschen mit erworbener Sehbeeinträchtigung zu informieren und für deren besondere Belange zu sensibilisieren.

Definition

Mit dem Begriff „die Beratung“ ist hier die Gesamtheit des Beratungsangebots für Augenpatienten und ihre Angehörigen gemeint, die gemeinsam von allen ehrenamtlich und hauptamtlich für Blickpunkt Auge Tätigen eines Vereines erbracht und von externen Fachdiensten ergänzt wird.

Ziele

Beratung setzt da an, wo die Ratsuchenden stehen und bietet an, was sie aktuell brauchen. Sie soll Betroffene und ihre Angehörigen:

  • nach dem Schock der Diagnose so früh wie möglich auffangen,
  • unterstützen, ihre Fragen zu formulieren und ermutigen sie zu stellen,
  • zu allen für sie bedeutsamen Fragen rund um die Augenerkrankung und die daraus resultierende Sehbeeinträchtigung informieren, beraten und ggf. weiter vermitteln,
  • begleiten und ermutigen auf der Suche nach ihrem ganz persönlichen Weg,
  • über ihre Rechte aufklären und ermutigen, diese einzufordern,
  • unterstützen und begleiten bei der Umsetzung persönlicher Vorhaben sowie
  • aufmerksam machen auf die Angebote der Selbsthilfe, damit sie diese kennen und nutzen können.

Zielgruppen

Das Beratungsangebot richtet sich in erster Linie an Augenpatienten und ihre Angehörigen. Es ist unabhängig vom Alter, vom Krankheitsbild oder vom aktuellen Sehvermögen des Betroffenen.
Prinzipiell ist jeder willkommen, der sich angesprochen fühlt, sich informieren will bzw. das Beratungsangebot wahrnehmen möchte.

Prinzipien

Die Blickpunkt-Auge-Beratenden fühlen sich folgenden Grundsätzen verpflichtet:

  • Wir beraten unabhängig, neutral und kostenlos.
  • Wir sind den Ratsuchenden gegenüber wertschätzend, einfühlsam und authentisch.
  • Wir setzen da an, wo die Ratsuchenden stehen und bieten an, was sie aktuell brauchen. Dabei fördern wir ihre Eigeninitiative.
  • Wir verfolgen mit der Beratung keine Ziele, denen der Ratsuchende nicht zustimmen kann.
  • Als selbst betroffene Beratende setzen wir den eigenen Weg nicht als Maßstab für alle, sondern begleiten sie auf ihrem ganz persönlichen, selbst bestimmten Weg.
  • Unsere Beratung ist vertraulich. Wir verpflichten uns auf die Einhaltung des Datenschutzes.
  • Für jede Beratung nehmen wir uns ausreichend Zeit.
  • Wir sorgen für Klarheit in Bezug auf Ziele, Inhalte, Anfang und Ende der Beratung.
  • Wir kennen und wahren die Grenzen der Beratung durch Betroffene.
  • Ratsuchende werden ermuntert, sich erneut an uns zu wenden.
  • Wir bilden uns regelmäßig weiter.

Themen und Aufgaben von Information und Beratung

Kernthemen und Hauptaufgaben der Information und Beratung von Augenpatienten sind:

  • Augenmedizin: häufig gestellte Fragen insbesondere zu Altersabhängiger Makula-Degeneration, Glaukom, diabetischen Netzhauterkrankungen und Katarakt beantworten, bei weitergehenden Fragen bspw. zur Diagnosestellung und Therapiefindung an Augenärzte verweisen, ggf. unterstützen, Fragen an den Augenarzt zu formulieren
  • Sehhilfen, Low Vision: zu optischen Hilfsmitteln grundlegend informieren, Interesse wecken, Mut machen, an spezialisierte Optiker oder andere Experten vermitteln,
  • Alltagsbewältigung: zu Alltagshilfsmitteln beraten, Tipps und Hilfen zur Alltagsbewältigung geben,
  • Schulungen wie O&M und LPF: grundlegend zu Inhalten und Finanzierung informieren, an Reha-Lehrer vermitteln, ggf. rbm einbeziehen,
  • Berufliche Rehabilitation: zu Möglichkeiten der beruflichen Rehabilitation informieren sowie an Leistungsträger und/oder Leistungserbringer vermitteln, ggf. über Erwerbsminderungsrente informieren
  • Krankheitsbewältigung: als schwierigen Prozess mit verschiedenen Stufen verstehen, auch durch das eigene Beispiel Hoffnung vermitteln, Mut machen und Ansporn geben, Krisensituationen erkennen, ggf. Therapiebedarf ansprechen und Wege dahin aufzeigen,
  • Sozialrecht: zu möglichen Leistungen informieren, Schwerbehindertenausweis, Blinden- und/oder Sehbehindertengeld beantragen helfen und ggf. an Spezialisten im Verein bzw. die rbm vermitteln.

Dies sind die häufigsten Themen und Aufgaben in Bezug auf Augenpatienten und ihre Angehörigen. Darüber hinaus können je nach Anliegen der Ratsuchenden weitere Themen einfließen, wie sie im DBSV-Beratungshandbuch beschrieben sind. Dort sind auch Ziele, Inhalte und Aufgaben für jedes Thema formuliert.

Ein großer Teil der Ratsuchenden ist bereits in einem höheren Lebensalter. Deshalb spielen seniorenspezifische Fragen eine besondere Rolle.